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Mercedes Rückruf – aktueller Status

Mercedes Rückruf: Hier finden Sie alle aktuellen Mercedes Benz Rückrufe durch Daimler oder das Kraftfahrtbundesamt. Das KBA ordnet neue Rückrufaktionen gegen Mercedes an, die Rückruf-Welle geht weiter. Nach Angaben der Behörden soll der Hersteller die Abgasemissionen von mehr als 170.000 anderen Diesel-Kfz weltweit manipuliert haben.

Mercedes Benz Rückrufe des Kraftfahrtbundesamt (KBA)
Mercedes Benz Rückrufe des KBA

Aktuelle KBA-Rückrufe 2020 – Mercedes Rückruf

Die folgenden Rückrufaktionen (mit Rückrufnummer und Datum) zeigen die jüngste Entwicklung des Mercedes-Benz Dieselskandals.

  • 010071 vom 08/2020
  • Betroffene Modelle: S 350 BlueTEC, S 350 d, S 350 BlueTEC 4MATIC, S 350 d 4MATIC
  • Baujahr: 2015-2017
  • Motortyp: OM642, Euro 6
  • Beschreibung: Unzulässige Abschalteinrichtung bzw. unzulässige Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems.
  • 009992 vom 07/2020
  • Betroffene Modelle: A-KLASSE, B-KLASSE, C-KLASSE, E-KLASSE, S-KLASSE
  • Baujahr: 2008-2011
  • Motortyp: A-, B-Klasse mit Dieselmotor OM640 Euro 5 und C-, E-, S-Klasse mit Dieselmotor OM651 Euro 5
  • Beschreibung: Unzulässige Abschalteinrichtung bzw. unzulässige Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems
  • 9715 vom 02/2020
  • Betroffene Modelle: Mercedes E 250 CDI 4MATIC
  • Baujahr: 2010-2011
  • Motortyp: OM651, Euro 5
  • Beschreibung: Unzulässige Abschalteinrichtung bzw. unzulässige Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems.
  • 9717 vom 02/2020
  • Betroffene Modelle: GLK 220 BlueTEC 4MATIC; GLK 250 BlueTEC 4MATIC
  • Baujahr: 2012-2015
  • Motortyp: OM651, Euro 6T
  • Beschreibung: Unzulässige Abschalteinrichtung bzw. unzulässige Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems
  • 9680 vom 01/2020
  • Betroffene Modelle: Mercedes GLC 220d 4MATIC, 250d 4MATIC
  • Baujahr: 2015-2016
  • Motortyp: OM651, Euro 6
  • Beschreibung: Unzulässige Abschalteinrichtung bzw. unzulässige Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems.
  • 9672 vom 01/2020
  • Betroffene Modelle: Mercedes GLK 220 CDI 4×2
  • Baujahr: 2012-2015
  • Motortyp: OM651, Euro 5
  • Beschreibung: Unzulässige Abschalteinrichtung bzw. unzulässige Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems.

Mercedes Rückruf A-, B-, C-, E- und S-Klasse (Juni 2020)

Viele Modelle von Mercedes-Benz mit Abgasnorm Euro 5 sind vom neuen Rückruf der zuständige Behörde (KBA) betroffen. Mit Ergänzungsbescheid vom Juni 2020 hat das KBA den bekannten GLK-Bescheid nun um weitere Modellvarianten der A-, B-, C-, E- und S-Klasse ergänzt. Insgesamt 170.000 weltweit, rund 60.000 Dieselautos davon in Deutschland stehen im Fokus. Der Grund dafür ist die Verwendung einer unzulässigen Software zum Zwecke der Manipulation von Abgaswerten.

Damit hat das KBA den Rückruf des SUV Mercedes-Benz GLK (z.B. KBA-Aktionen mit Referenznummer: 9020, 9672 und 9717) erweitert.

Es handelt sich um das berühmte thermische Fenster. Die Motorsteuerung reduziert die Abgasrückführung temperaturmäßig, wodurch die Abgaswerte im Normalbetrieb dauerhaft unerreichbar sind. Das KBA konzentrierte sich jedoch auf Modelle, die bis 2014 gebaut wurden. Es ist dann sehr gut möglich, dass die Behörden Mercedes-Benz-Fahrzeuge mit dem Motor OM 651 aus dieser Zeit ins Visier genommen haben.

Nach der Rückrufaktion vom Juni mit der Nummer 009992 sind jedoch die folgenden Modelle betroffen: Mercedes-Benz A-, B-Klasse mit Dieselmotor OM 640 Euro 5 und C-, E-, S-Klasse mit Dieselmotor OM 651 Euro 5. Diese Fahrzeuge, die von 2008 bis 2011 gebaut wurden, werden einer Prüfung unterzogen. Weltweit sind über 113.000 Fahrzeuge betroffen, davon 30.000 in Deutschland.

Dieselskandal auch bei S-Klasse (Euro 6)

Darüber hinaus erließ das KBA einen weiteren Rückruf für die S-Klasse. Die Behörde beschäftigt sich mit den Modellen S 350 BlueTEC, S 350 d, S 350 BlueTEC 4MATIC, S 350 d 4MATIC mit dem Dieselmotor OM 642. Diese Fahrzeuge wurden zwischen 2015-2017 mit der Abgasnorm Euro 6 gebaut (KBA-Referenznummer: 010071).

Die Software der betroffenen S-Klasse Fahrzeuge wurde unzulässigerweise so manipuliert, dass die eigentlichen Emissionswerte der Autos im Test nicht erkannt wurden. Hierfür werden sogenannte thermische Fenster verwendet. Bei bestimmten Temperaturen wird die Abgasbehandlung abgeschaltet. In den Testphasen kann die erhöhte Abgasausstoßung dann oft nicht erkannt werden.

Mercedes hält die verwendete Abschalteinrichtung nach wie vor für zulässig.

Reaktion und Urteile

Die Daimler AG wird mit den Behörden kooperieren, möchte aber gegen den letzen Mercedes Rückruf von Juni 2020 Widerspruch einlegen. Während das KBA die Abschalteinrichtung für unzulässig hält, argumentiert Daimler dagegen – sie ist nach EU-Vorschriften nicht verboten.

Einige Landgerichte und auch der BGH haben bereits entschieden – Schadenersatz kann auch dann gefordert werden, wenn das Fahrzeug noch nicht Gegenstand eines massiven Rückrufs ist. Doch jetzt sind die Chancen besser, weil die Zahl der negativen Argumente abnimmt. Mercedes-Gerichtsurteile finden Sie HIER.

Bereits vor einem Jahr hatte das Unternehmen bestätigt, dass die fragliche Technologie in vielen anderen Modellen eingesetzt wird. Deshalb war mit weiteren Rückrufaktionen zu rechnen. Die vorliegende Situation und die Vorwürfe sind also nichts Neues.

Besitzer vom Daimler Rückruf betroffener Fahrzeuge werden von Mercedes angeschrieben. Käufer der betroffenen Mercedes Modelle (A-. B-, C-, E- und S-Klasse) können ihren Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung für gefahrene Kilometer ersetzt verlangen und das Auto zurückgeben. Außerdem können Schadensersatzansprüche gegen Daimler geltend gemacht werden. Ob nur ein Software-Update das Problem beheben kann ist unklar.

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