Abgasskandal: Schadensersatz trotz Verkauf des Dieselfahrzeugs

Laut dem Landgericht Itzehoe muss VW auch dann Schadensersatz an betroffene Käufer leisten, wenn diese ihr Fahrzeug selbst schon weiterverkauft haben (Az. 6 O 33/19). Der Verkauf hindert die Durchsetzung der Ansprüche gegen VW nicht.

Schadensersatz trotz Verkauf des Dieselfahrzeugs

Kläger verkaufte Fahrzeug im Jahr 2019

Im Jahr 2011 hatte der Kläger einen  VW Touran, welcher vom Abgasskandal betroffen ist, für ca. 27.000 Euro erworben. Anfang 2019 verkaufte er das Fahrzeug, welches einen KM-Stand von 94.000 km aufwies für 7.000 Euro.

Gericht sprach Kläger trotz Verkauf Schadensersatz zu

Trotz des Verkaufs sprach das Gericht dem Kläger einen Schadensersatz in Höhe von 11.298,74 Euro nebst Zinsen (gem. §§ 849, 246 BGB) seit Kauf des Autos zu. Laut dem Gericht sei nämlich schon der Abschluss eines Geschäftes, welches nicht den Zielen des jeweiligen Geschädigten entspricht, ein Schaden im Sinne des § 286 BGB. Dabei sei es auch irrelevant ob die erhaltene Gegenleistung hinter der erbrachten Leistung zurückfalle. Der Schaden liege hier darin, dass das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Übergabe mangelhaft war, was dem Hersteller auch gem. § 31 BGB zuzurechnen ist. Die Höhe des Schadensersatzes ergebe sich laut Gericht in dem man von dem ursprünglich gezahlten Kaufpreis, den Nutzungsersatz (für 94.000 km) auf Basis einer Gesamtlaufleistung des Fahrzeug von 300.000 KM und den Verkaufspreis (7.000 Euro) abzieht. Insgesamt blieben so 11.298,74 Euro Schadensersatz für den Kläger.

Justus rät:


Die Entscheidung des LG Itzehoe zeigt, dass der Verkauf des betroffenen Autos einem Schadensersatz nicht im Weg steht.

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Foto: © Elisa Riva/pixabay.com

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